Herbstfest 2022 – Flower Power in Südlengern!

Diese Jahr ist es endlich wieder soweit und Südlengern feiert das traditionelle Herbstfest. Südlengern aktiv e.V. ist dieses Jahr der austragende Verein. Wir freuen uns sehr, Südlengern am 29.Oktober 2022 zur Flower-Power Partey einladen zu dürfen. Wir treffen uns ab 19:00 Uhr im Awo Gebäude am Finkenbusch. Eine Einladung an die Südlengeraner Vereine dazu ist bereits unterwegs, sodass wir möglichst viele Menschen erreichen.

Wir erheben vor Ort eine Umlage von 20,00 Euro für das Essen. Getränke gehen wie immer extra.

Wer sich nicht über seinen Verein anmeldet, kann sich unkompliziert aber verbindlich per E-Mail anmelden. Es werden nur Anmeldungen mit vollem Namen und der Anzahl der Personen akzeptiert. Einfach hier klicken: Mail zur Anmeldung erstellen

Wir freuen uns auf viele Teilnehmer und erhoffen uns einen schönen Abend!

Südlengern aktiv bei Kirchlengern wird grün…

Nach einem erfolgreiche Maibaumfest wird sich Südlengern aktiv am 8. Mai 2022 bei der Veranstaltung Kirchlengern wird grün… präsentieren.

Kirchlengern handelt e.V. hat wieder Vereine und Wirtschaftstreibende eingeladen, sich rund um das Rathaus an dem fest zu beteiligen. Beginn ist um 11 Uhr. Wir werden an unserem Stand Pulled Pork und Pulled Chicken Burger anbieten. Daneben haben wir Elses Echte, die blonde und die blaue Else im Gepäck. Lasst Euch überraschen und kommt vorbei! Wir sehen uns!

Maibaumfest 2022

Endlich ist es soweit! Südlengern aktiv e.V. wird am 1.Mai 2022 wieder das Maibaumfest in Südlengern am Schimmelkamp feiern. Dazu sind natürlich alle Südlengeranerinnen und Südlengeraner, ob jung oder alt, eingeladen!

Zwei Jahre konnte das Fest nicht stattfinden. Der Baum wurde zwar aufgestellt, aber eine Mai-Feier gab es nicht. Dieses Jahr werden wir endlich wieder mit Bratwurst, Erbsensuppe, Kuchen und Getränken den Mai begrüßen können. Die Vorbereitungen dafür laufen bereits auf Hochtouren. Einige wenige Änderungen wird es noch geben, aber wir hoffen dann, im Jahr 2023 wieder so zu feiern, wie wir es all die Jahre in Südlengern gehalten haben. 

Beginn wird am 1.Mai um 11:00 Uhr sein. Nach einer kurzen Begrüßung wird der Posaunenchor das Fest musikalisch begleiten. Die Kinder der Grundschule werden in diesem Jahr leider noch nicht dabei sein, wir zählen aber auf die Kleinsten in 2023. 

Erfolgreiche Spendenaktion durchgeführt

Erfolgreiche Spendenaktion durchgeführt

Der Förderverein der Löschgruppe Südlengern und Südlengern aktiv e.V. führten am 6.März 2022 eine Spendensammlung für die vom Krieg in der Ukraine betroffenen Menschen durch. „Das war eine sehr spontane Aktion, aber auch eine Äusserst erfolgreiche!“ fasst der Löschgruppenführer und Fördervereinsvorsitzende Tim Erdbrügger die Sammlung zusammen. 

„Die Ehefrau eines Arbeitskollegen stammt aus der Ukraine. Sie organisiert im Raum Melle Spendensammlungen, ein befreundeter Speditionsinhaber transportiert die Güter dann in ein Sammellager kurz vor der Grenze. Vor dort werden die Spenden mit Kleinbussen direkt in die Ukraine gebracht und verteilt, solange dies noch möglich ist“, erklärt Erdbrügger. So ist die Idee einer Sammlung in Kirchlengern entstanden. „Viele Hände, schnelles Ende. Deswegen habe ich Donnerstag Kontakt mit Südlengern aktiv aufgenommen. Die musste ich nicht lange um Unterstützung bitten.“  Torsten Henke, Vorstandsmitglied bei Südlengern aktiv, ergänzt: „Meine Mitstreiter sind immer dabei, wenn es etwas zu tun gibt. Und für einen guten Zweck sowieso. Daher war sehr schnell klar, dass wir die Feuerwehr unterstützen und mit anpacken.“

Tim Erdbrügger nahm Kontakt mit dem Bürgermeister Rüdiger Meier auf. Dieser sagte ebenfalls sofort seine Unterstützung zu. So konnte die Containerbrücke am Freitag auf dem Bauhof platziert und die Fahrzeughallen für die Spendenannahme, Sortierung und Verpackung genutzt werden. Die Aktion begann Sonntag um 11 Uhr, aber bereits um kurz nach zehn standen die ersten Spender am Tor des Bauhofes. Rund 20 Helfer aus beiden Vereinen standen bereit, um die Spenden entgegen zunehmen, zu sichten und zu verladen. Neben Wasser, Batterien, Kerzen und Schlafsäcken wurden auch Bunt- und Malstifte, sowie warme Kinderkleidung angenommen. Örtliche Unternehmen beteiligten sich ebenfalls am Spendenaufkommen. „Ich habe rund 190 Fahrzeuge, Radfahrer und Fussgänger gezählt, die unserem Aufruf gefolgt sind. Wir sind mit der Menge der Spenden mehr als zufrieden und freuen uns, dass Kirchlengern pragmatisch und schnell geholfen hat“, so Henke weiter.  

Aus Melle angereist war Tim Erdbrüggers Arbeitskollege und Freund, Alexander Pohlenz mit seiner Ehefrau Alessia. Als Initiatoren wollten sie sich vor Ort ein Bild der Lage machen und sich persönlich bei den Helfern und Spendern bedanken. „Vielen Dank an die vielen Kirchlengeraner, die sich beteiligt und geholfen haben. Wir sind von der Spendenbereitschaft wirklich überwältigt“, freut sich Alexander Pohlenz. 

Impfaktion geplant

Am 08. Januar 2022 wird Südlengern aktiv e.V. in Kirchlengern eine offene Impfaktion durchführen. „Die Impfungen finden in den Räumlichkeiten der Sporthalle an der Erich-Kästner-Gesamtschule, In der Mark 30, Kirchlengern, statt. Möglich sind Erst- und Zweitimpfungen, sowie Booster-Impfungen. Kinder unter 12 Jahren werden bei dieser Aktion nicht geimpft“, teilt Vorstandsmitglied Torsten Henke mit.

Die Impfaktion findet ohne Terminvereinbarung statt. Es steht ein Kontingent von rund 300 Impfdosen von Moderna und BioNTech zur Verfügung, die von einem medizinischen Team verimpft werden. Der Verein kümmert sich um das organisatorische Drumherum. So wird es gegen eine freiwillige Spende heißen Kakao, Punsch und eine Bratwurst geben. „Bratwurst und die heißen Getränke sollen kein Lockmittel sein, jedoch können wir Andrang und Wartezeiten derzeit nicht abschätzen und möchten nicht, dass die Impflinge frieren müssen. Daher haben wir ein warmes Rahmenprogramm geplant, keine Belohnungen“, erklärt Henke mit einem Augenzwinkern.

Vorstandsmitglied Silke Waldmann erklärt, wie es zu der Aktion gekommen ist. „Unser Verein soll das Dorfleben fördern und stärken. Coronabedingt sind uns derzeit die Hände gebunden. Da wir aber nicht nur „Südlengern aktiv“ heißen, sondern auch gerne aktiv sind, haben wir uns diese Initiative überlegt.“ Die Aktion sollte eigentlich im Gerätehaus Südlengern stattfinden. Wegen der aktuell geltenden Schutzmaßnahmen des Kreises bei den Freiwilligen Feuerwehren ist das aber nicht möglich. „Nach kurzer Rücksprache mit dem Rathaus und dem Schulträger konnten wir die Räumlichkeiten der Sporthalle als Austragungsort gewinnen“, sagt Waldmann.

„Impfwillige können sich am 8.Januar zwischen 10:00 und 16:00 Uhr an der Sporthalle der EKG einfinden und impfen lassen. Benötigt werden Personalausweis, Krankenkassenkarte, Impfausweis und die notwendigen Einwilligungserklärungen“, erklärt der durchführende Arzt vom Familienarztzentrum Kirchlengern, Nils Peitzmeier. Er betont: „Die Impfung ist derzeit die wichtigste Maßnahme im Kampf gegen Coronainfektionen und deren Folgen, daher begrüße und unterstütze ich die Aktion von Südlengern aktiv. Impfungen vor Ort sind eine gute Ergänzung zu den Impfstellen des Kreises“, so Peitzmeier weiter.

Benötigte Aufklärungs- und Anamneseformulare können im Vorfeld auf der Webseite des RKI oder auch hier heruntergeladen, ausgefüllt und ausgedruckt werden. Es werden aber auch genügend Erklärungen vor Ort für ganz spontane Impfwillige bereit liegen.

Baum gegen Baum gewechselt

Der Maibaum steht vom 1.Mai bis zum Abbau des Feuerwehrfestes. So war es in der Vergangenheit und hat einen ganz pragmatischen Hintergrund: Wenn nach dem Feuerwehrfest die Fähnchen eingeholt werden, geschieht dies meist mit einem Traktor oder Hubwagen. Den haben wir uns immer zu Nutze gemacht und damit gleich den Maibaum abgebaut.

Nun ist das Feuerwehrfest im zweiten Jahr in Folge ausgefallen. Somit blieb der Baum dieses Jahr bis Ende November, dem Termin für den Aufbau des Lichtertannenbaumes stehen. Das war dann ein Abwasch und hat Dank externer Hilfe gut geklappt.

In diesem Zuge haben wir dann auch gleich einen Tannenbaum am Feuerwehrgerätehaus aufgestellt.

Vielen Dank an das lokale Unternehmen DW Agrar – und Forstservice für die Unterstützung, vielen Dank auch an Weihnachtsbaumkulturen Moerkerk für den Baum am Gerätehaus.

„Südlengern trifft sich“

Am 30. Mai Familienfest auf dem Rittergut Steinlake

Die Südlengerner Vereine und Gemeinschaften gestalten am Samstag, 30. Mai, auf dem historischen Rittergut Steinlake von 14:00 bis ca. 21:00 Uhr ein großes Familienfest, das für alle Südlengeraner aus Dorf und Heide Wissenswertes, Spaß und Kurzweil verspricht! Wie 2001 bei der 850-Jahrfeier ziehen die Vereine an einem Strang, um für Dorf und Heide lebendige Dorfgemeinschaft zu präsentieren! Ein besonderer Dank gilt dem Eigentümer des Gutes Steinlake Carl-Mauritz von Laer. Er war von der Idee des Familienfestes sofort begeistert und stellte das Gutsgelände und -gebäude gern zur Verfügung!

Leckereien, Aktionen, Spiel und Spaß!

Bevor man sich bei Kaffee und Kuchen, leckeren Kleinigkeiten und anderem erfrischenden Getränk diesem bunten Programm zuwenden kann, gibt es viel zu sehen und zu bestaunen: DRK und Feuerwehr beeindrucken nicht nur mit technischen Finessen, Kinder werden von Hüpfburg, Riesen-Sandkasten, Kinderschminken und Spielmobil ebenso magisch angezogen, wie vom Geschehen an den Ständen der Imker und Jäger oder auch der Angler. Da gibt es frisch geräucherte Forellen! Und die Rassegeflügelzüchter stellen einige ihrer Prachtexemplare vor.

Die Jugendfeuerwehr hält nützliche Tipps zum Brandschutz in den eigenen vier Wänden bereit. Der Gartenbauverein informiert über Obst und Pflanzen und bietet selbst gepressten Apfelsaft und leckere Geschmacksproben an. Der AWO-Ortsverein verwöhnt manchen Gaumen mit seiner Waffelbäckerei und informiert über „Essen auf Rädern“. Anschließend weiß man auch, wie gut das „Essensmobil“ der AWO funktioniert!

Von 14 bis 21 Uhr flottes Bühnenprogramm!

Auf der Bühne neben dem Gutsgebäude geht es rund: Der CVJM-Posaunenchor weckt den alten Gutshof aus verträumtem Schlaf, Kindergarten- und Grundschulkinder bieten ein flottes Programm. Die Theatergruppe Südlengern berichtet in einer Spielszene von der „Romanze auf Gut Steinlake“ und unterhält mit lustigen Sketchen. Auf der Rasenfläche nebenan lässt der TuS Eintracht mit einer Trainingseinheit für Kids die Herzen höher schlagen! Und ab 19.00 Uhr beweist der Gospelchor Kirchlengern einmal mehr, wie quicklebendig die Sprache der Musik ist!

… vom Glanz früherer Zeiten

Ein besonderes Highlight bietet ein Blick in den Saal des Gutsgebäude. Zwar ist der Glanz früherer Zeiten erloschen, doch in einer Bildpräsentation erfährt man mehr über die Geschichte derer von Borries und ihre Zeit auf Steinlake und über die Gräber im Wald. Alte Fotos erinnern an das Leben auf dem Gut. Wenn man die Augen schließt, kann man sich den Saal mit seiner Ahnengalerie oder vielleicht sogar bei der großen Weihnachtsfeier vorstellen, zu der alle fleißigen Hände des Gutes eingeladen waren, und der auch ein stimmungsvolles Krippenspiel gehörte.

Ein lustiges Erinnerungsfoto?

Der Fototreff Südlengern hält das Geschehen des Tages im Bild fest, außerdem läuft von 15 bis 17 Uhr eine besondere Aktion: Dann können Kinder für ein lustiges Erinnerungsfoto posieren. Vor einer Kulisse, die schon ein bisschen außergewöhnlich ist!

Viele Hände fassen an, um alles gründlich vorzubereiten, einzurichten und vor allem auch gemütliche Oasen zum Verweilen zu schaffen. Die Freiwillige Feuerwehr Südlengern und der Verein „Südlengern aktiv“ führen dabei erfahrene Regie.

Wegbeschreibung – Parken – Bus-Zubringer

Wie man den Weg zum Gut Steinlake findet? Für Automobilisten ist der große Parkplatz am Straßenverkehrsamt bevorzugte Anlaufstelle. Dann ein Stück weiter ostwärts, links abbiegen, das ehrwürdige Torhaus passieren … und los geht’s! Wer mag, kann zu Fuß oder mit dem Fahrrad kommen. Und wem’s dann doch ein bisschen weit ist, der ist herzlich eingeladen, gegen einen geringen Obolus den Shuttle-Zubringerdienst zu nutzen. Haltestellen gibt’s im Dorf und in Südlengerheide. Fahrplan siehe gesonderter Artikel!

Zeugen menschlicher Tragödien

Jahrhunderte alte Steine erinnern an längst vergessene Schicksale

Bericht der NW Bünde am 24.05.2008 von Andrea Rolfes (Foto: Patrick Menzel)

Der Zahn der Zeit nagt an allem. Was bleibt, wenn der Mensch verstorben ist, sind die Erinnerungen. In Bünde zeugen zwei unauffällige, Jahrhunderte alte Steine von tragischen Unglücksfällen. Einer gedenkt des Todes eines zehnjährigen Jungen, der am 24. Mai 1883 vor den Augen seines Vaters vom Blitz erschlagen wurde. Aus Liebe zu ihrem Sohn stellte die Familie vor 125 Jahren einen 1,20 hohen Sandstein am Rand eines verlassenen Feldweges auf. Unscheinbar und den meisten Bündern vermutlich unbekannt, ist die Inschrift Spiegel einer tiefen, längst vergessenen Trauer.


Stein im Barrenbruch

Auf dem Foto betrachten Daria Moning (8 Jahre) und Adriana Anzalone (6) den Gedenkstein, den die Familie Große-Wortmann vor 125 Jahren an diesem Feldrand aufstellte.

Nicht weit vom Elseufer entfernt, in der Nähe des Barrenbruchweges, soll er nach Informationen des Stadtarchivs stehen. Doch wer hier den Stein sucht, der an den Tod von August Große-Wortmann aus Südlengern erinnert, sieht nur Wiesen, Felder und Pferde. Wären da nicht die achtjährige Doria Moning und ihre Freundin Adriana Anzalone (6 Jahre) gewesen, die für ihre Meerschweinchen am Wiesenrand Löwenzahn pflückten, wäre der Stein wohl auch von mir unentdeckt geblieben. Ich erzähle den Mädchen, wonach ich suche. Die Beiden überlegen, nicken und führen mich über schmale Pfade, bis die Gedenkstätte im kniehohen Gras zu erkennen ist.

Verwittert, vom Regen und der Kälte aufgesprungen ist die Inschrift kaum noch zu lesen. Doch mit Hilfe des Stadtarchivs und des historisch interessierten Willi Fleddermann gelingt es, die Buchstaben zu entziffern.

„Allein Gott in der Höhe sei Ehr“ ist in einem Bogen eingeritzt. Darunter befindet sich ein Kreuz. Dann folgen Worte, die noch 125 Jahre nach dem Tod des Jungen erschauern lassen: „Mein Gott mit deinem Wetterstrahl verschone gnädig alzumal mein Haus, die dort gehen aus und ein, wollst uns im Wetter gnädig sein“, bittet der Vater, der den Unglücksfall für die Nachwelt in Stein gemeißelt festhält. Laut Inschrift kam sein Sohn mit den Kühen von der Weide und befand sich auf dem Heimweg, als es zu Gewittern begann. „Ich, Vater folgte ihm auf 100 Schritte nach und da ich meine Augen aufhob lag alles auf der Erde. Ich nahm ihn auf, rief mein Kind was fehlt dir, doch er blieb stumm – todt. Ich legte ihn auf meinen Schoss und bittere Thränen flossen mir von den Wangen.“

Stein in Ennigloh

Willi Fleddermann, der in Südlengern aufwuchs und zur Schule ging, war der Gedenkstein bereits als Kind aufgefallen. „Ich war schon damals neugierig, was er bedeuten könnte,“ erinnert er sich. Dass es sich um einen Grabstein handelt, erfuhr er erst kürzlich, als er für die Internetseite „www.suedlengern-aktiv.de“ nach interessanten Geschichten suchte.

In diesem Zusammenhang wurde der Südlengeraner auch auf einen zweiten Stein aufmerksam. Ein Granit-Kreuz, das an der Ecke Holzhauser Straße/Am Kreuzstein an einen Mord an zwei Brudern erinnert. Auch hier ist die Inschrift kaum noch zu entziffern. Dank Archivbildern ist jedoch bekannt, dass einst deutlich geschrieben stand: „1622 haben sich hier verletzt Fritz und Karl Losiger.“ Stadtarchivarin Petra Seidel schließt aus den Namen, dass es sich um Bünder Brüder gehandelt haben muss, die in Zeiten des 30-jährigen Krieges getötet wurden. „Viel mehr lässt sich leider nicht mehr sagen“, so Fleddermann. Doch, wer die Steine betrachtet, wird stets an beide Unglücke erinnert.

(Neue Westfälische Bünder Tageblatt,
Samstag 24. Mai 2008)

Mit der Sense aufeinander losgegangen

Als der obige Artikel in der NW Bünde erschienen war, rief Hans-Walter Röhr bei Willi Fleddermann an. Zum Mord am Kreuzstein konnte er ergänzen, dass die beiden Brüder – wie im Ort erzählt wurde – im Streit mit Sensen aufeinander losgegangen waren und so gemeinsam ums Leben kamen.

Von „Babutz“ und „Tiahnebriaker“

„Papa Müller“, ein alteingesessener Friseur in Kirchlengern, hat in seinem Leben viele Zähne gezogen (als „Tiahnebriaker“ praktiziert) und manchen damit vom Zahnschmerz befreit. Darüber, und wie man jemanden „über den Löffel“ barbiert, berichtet Bernd Schürmeier:


Jemanden „über den Löffel barbieren“ …

Wenn man davon spricht, jemand „über den Löffel zu barbieren“, hängt das ganz sicher mit dem Wort Barbier zusammen. Den genauen Zusammenhang kann ich mir nicht erklären, denn mit „über den Löffel barbieren“ verbindet man eher die Vorstellung, dass jemand „aufs Kreuz gelegt“ werden soll. Dabei war die Rasur mit Hilfe eines Löffel früher absolut praktisch zu sehen. Dann nämlich, wenn ein älterer Mann keine Zähne mehr hatte und seine Wangen eingefallen waren. Kaum möglich, so einen gründlich zu rasieren! Doch mit einem Löffel ließen sich die Wangen prima ausfüllen und „stabilisieren“. Dann bedeutete auch die Bartbehandlung kein Problem mehr. Von meinem Großvater ist überliefert, dass er im Herbst statt eines Löffels einen halben Apfel verwandte. Gute Kunden bekamen einen neuen Apfel …

Wenn etwas gegen den Strich geht …

Was es bedeutet, wenn einem Friseurgesellen das Gerede seines Kunden buchstäblich „gegen den Strich“ geht, sollte einst einer erfahren, der im Stuhl saß und tönte, was denn der „Bubi“ da – gemeint war ein junger Mann mit noch recht zartem Flaum auf den Wangen – hier im Salon zu suchen hätte. Den „Bubi“ müsse man noch nicht rasieren, der könne sich einfach an die Bahnschranken stellen, auf den nächsten D-Zug warten – und, Schwupps, würde sein Bart wohl wegfliegen! Er selbst dagegen, klang es prahlerisch, habe einen „richtigen, deutschen Bart“, das erst sei eine Aufgabe für den Friseur. Der Geselle meines Vaters zwinkerte dem jungen Mann vielsagend zu und ignorierte einfach das Gerede. Zumindest schien es so.

Denn als der Geselle nun den mit dem „deutschen Bart“ gründlich rasierte, führte er die Klinge unauffällig „gegen den Strich“, das heißt, gegen die Wuchsrichtung der Barthaare. Das blieb zunächst ohne Folgen. Als er dem Kunden aber die übliche Erfrischung mit „Pitralon“ verpasste, sprang der wie von einer Tarantel gestochen aus dem Stuhl. Tränen schossen ihm in die Augen. Pitralon, ein damals gebräuchliches Rasierwasser galt als Gift schlechthin. Und die gereizte Haut reagierte sofort. Der Kunde blieb ein guter Kunde. Doch schien er künftig weniger geneigt zu flotten Sprüchen.

Nach der Brennschere kam die „nasse“ Dauerwelle

1950 erweiterte mein Vater den Betrieb um einen Damensalon. Damit schnitt er „alte Zöpfe“ ab, weil bis dahin die Haarkunst zumindest bei den Frauen in ländlichen Gegenden eine eher untergeordnete Rolle spielte. Man trug die Haare glatt gekämmt, oft auch im Nacken zu einem Knoten gebunden. Die durchaus mögliche Formung der Haare mit einer Brennschere, wie sie in vielen Haushalten zu finden war, bedeutete eine umständliche Prozedur. Die Brennschere wurde auf dem Herd erhitzt, sofern man nicht einen speziellen Spiritusbrenner besaß. Doch als Karl Nessler die chemische Dauerwelle entwickelt hatte, war alles sehr viel unkomplizierter geworden. Die Haarmode bekam einen entsprechenden Stellenwert. Die Frau, die auf sich hielt, bevorzugte die nasse Dauerwelle.

„… wat häff sik dat huier verännert!“

Sicher muss man mit der Zeit gehen. So habe ich von Zeit zu Zeit immer etwas verändert. Renoviert, modernisiert. Doch als vor etlichen Jahren einmal Opa Lohmann bei mir hereinschneite, war nichts dergleichen geschehen. Er stand wie vom Donner gerührt. „Nei, wat häff sik dat huier verännert!“ brachte er heraus. Natürlich widersprach ich ihm. Nein, hier hatte sich in letzter Zeit beim besten Willen nichts verändert! Er kniff die Augenbrauen zusammen und sah sich prüfend um. „Nei, wat häff sik dat huier verännert!“ wiederholte er. Schön, Opa Lohmann war nicht mehr der Jüngste und vielleicht ein bisschen tüddelig. Doch so konnte er sich doch nicht vertan haben! „Ach was, Opa Lohmann“, sagte ich, „hier hat sich ganz bestimmt nichts verändert, alles ist so geblieben, wie es war!“ Er runzelte die Stirn und schüttelte den Kopf. „Leiwe Tuid“, stellte er fest, „wenn sik huier nix verännert häff, dänn schüdde mui man erst einen Lüttken in, oawer ik briuke woll nen Dubbelten!“ Des Rätsels Lösung war einfach. Opa Lohmann hatte vor, bei Oma Buddenberg einen „Lüttken“ zu nehmen und war aus bloßer Tüddelei im Nachbarhaus gelandet. Klar, dass es fieberhaft in ihm arbeiten musste, was es mit den gepolsterten Frisierstühlen vor der Theke auf hatte.